Die weltweiten CO2 Emissionen nahmen im Jahr 2011 um 3% zu und erreichten mit 34 Milliarden Tonnen ein Allzeithoch. In China, dem bevölkerungsreichsten Land der Erde, stiegen die durchschnittlichen pro Kopf Emissionen sogar um 9%, auf 7,2 Tonnen pro Kopf. Die USA bleiben einer der größten Emittenten des Treibhausgases, mit 17,3 Tonnen pro Kopf, trotz einer rezessionsbedingten Abnahme in den Jahren 2008 bis 2009, hohen Ölpreisen und einem steigenden Erdgasanteil. Dies sind zusammengefasst die Hauptaussagen des jährlichen Reports "Trends in global CO2 emissions" (Trends der weltweiten CO2-Emissionen), welcher am 18. Juli von der Europäischen Kommission der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.


(© PBL)

Der Bericht macht deutlich, dass die globalen CO2-Emissionen auch in 2011 weiterwuchsen, trotz eines Rückgangs in den OECD Staaten.

Eine schlechte Konjunktur, ein milder Winter und ein hoher Ölpreis führten zu einer Abnahme der europäischen Kohlendioxidemissionen um 3% und um jeweils 2% in den USA und Japan. Die Emissionen der OECD-Länder sind nun nur noch für ein Drittel der globalen CO2-Emissionen verantwortlich - einen ebenso großen Anteil wie ihn China und Indien zusammen innehaben, wobei die Kohlendioxidemissionen in Indien um 6% wuchsen - wie bereits erwähnt stiegen sie in China um 9%. Das wirtschaftliche Wachstum führte in der Volksrepublik zu einem deutlichen Anstieg des Verbrauchs fossiler Brennstoffe, vor allem aufgrund des Baues von Gebäuden. Der damit verbundene Anstieg der Zement- und Stahlproduktion ließ den Kohleverbrauch um 9,7% wachsen.

Die dreiprozentige Zunahme der globalen CO2-Emissionen liegt oberhalb des Durchschnitts der letzten zehn Jahre (2,7%), wobei 2008 niedriger lag und 2010 ein Spitzenwert von 5% erreicht wurde. Die Top-Emittenten im Verhältnis zu den weltweit 2011 verursachten 34 Milliarden Tonnen CO2 sind: China (29%), USA (16%), die EU (11%), Indien (6%), die Russische Föderation (5%) und Japan (4%).


Zunahme der Gesamt-CO2 Emissionen erfordern Taten

Geschätzte Gesamt-Emissionen von 420 Milliarden Tonnen wurden zwischen 2000 und 2011 infolge menschlicher Aktivitäten, darunter auch Waldvernichtung, verursacht. Nach wissenschaftlicher Auffassung dürfen die gesamten CO2-Emissionen des Zeitraums 2000 bis 2050 nicht mehr als 1000 bis 1500 Milliarden Tonnen betragen, damit die durchschnittliche Erdtemperatur nicht um mehr als 2 Grad Celsius ansteigt. Wenn der gegenwärtige globale Trend der Zunahme der CO2-Emissionen anhält, wird diese Grenze aber schon um 2030 erreicht werden.

Glücklicherweise wird dieser Trend durch die Zunahme der regenerativen Energien abgeschwächt, darunter besonders die Solar und Windenergie. Der weltweite Anteil der modernen Erneuerbaren, also ohne Wasserkraft gerechnet, wächst mit zunehmender Geschwindigkeit und er vervierfachte sich zwischen 1992 und 2011. Dadurch wurden annähernd 0,8 Milliarden Tonnen CO2 vermieden, was ungefähr den gesamten Emissionen Deutschlands entspricht.

Die folgende Graphik zeigt eine Zeitreihe der CO2-Emissionen, pro Kopf der Bevölkerung der Top-Fünf-Verursacherstaaten, durch fossile Brennstoffe und Zement-Produktion. Die obere gestrichelten Linie zeigt den Emissionverlauf des am stärksten verbrauchenden "Annex 1" Landes, Australien, die untere Linie das "Annex 1" Land mit dem geringsten Verbrauch, Frankreich. ("Annex 1" Länder sind die Staaten, die nach dem Kyoto Protokoll zur Emissionsminderung verpflichtet sind.)


(© PBL)

Deutschlands pro Kopf Emissionen liegen nach dem Bericht bei 9,9 Tonnen, gegenüber 12,9 Tonnen im Jahr 1990. Damit liegt Deutschland immer noch deutlich über dem Durchschnitt der EU von 7,5 Tonnen.

Der Report wurde von der Netherlands Environmental Assessment Agency (PBL) unter Verwendung der Emissions Database for Global Atmospheric Research und neuester Statistiken des Energieverbrauchs oder auch von Gas-Abfackelungen oder der Zement Produktion erstellt.


Zum Weiterlesen:

Der komplette Report

Die Webseite der PBL

Emissions Database for Global Atmospheric Research (EDGAR)