Alles zum Thema Erneuerbare Energien und Klimaschutz

Am 22. März 2014, wird es Demos in 6 Landeshauptstädten geben und zwar in Düsseldorf, Hannover, Kiel, Mainz/Wiesbaden, München und Potsdam.

Vor fast drei Jahren, kurz nach dem GAU in Fukushima, wurde die Energiewende für Deutschland verkündet und am 30. Juni 2011 vom Bundestag beschlossen. Der Ausstieg aus der Atomenergie, Klimaschutz und die Nutzung erneuerbarer Energien waren erklärte Ziele. Die alten Energiekonzerne zeigten sich angeschlagen, da die öffentliche Meinung gegen Atom- und Kohlestrom stand. Seitdem wurde die Förderung der Erneuerbaren Energien ständig reduziert und viele Solarenergiefirmen gingen in die Insolvenz. Gleichzeitig setzten die großen Energiekonzerne den Ausbau ihres fossilen Sektors fort, anstatt auch vorrangig in Erneuerbare Energien zu investieren. Ein niedriger Preis für Emissionszertifikate führte dazu, dass im letzten Jahr die CO2-Emissionen Deutschlands wieder anstiegen. Ein Preis, der auch auf Zugeständnisse gegenüber dem fossil-industriellen-Sektor zurückzuführen ist, denn hätte man die Verschmutzer nicht mit kostenlosen Zertifikaten überhäuft, sondern diese verknappt, wäre die Situation heute auch anders. Anti-Atom-Initiativen, Umweltverbände und Produzenten Erneuerbarer Energien wollen sich diesen Politikwechsel, der die notwendige Förderung einer umwelt- und menschenfreundlichen Energieversorgung beschränkt, nicht mehr länger gefallen lassen. Argumente haben offenbar versagt. Darum soll der Protest nun auf die Straße getragen werden.

Energiewende-Demo
(Grafik: © Energiewende-Demo)

Protest mit fünf Meter hohem "Kohlosaurus" in Berlin. BUND und Campact fordern: Länder müssen Ausbremsen der Energiewende entgegentreten. BUND-Position zum EEG-Reformgesetz veröffentlicht

Berlin: Die Ministerpräsidentenkonferenz in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin, die auch das Thema Energiewende auf der Tagesordnung hatte, wurde gestern von lautstarken Protesten begleitet. Klimaschützer platzierten einen fünf Meter hohen "Kohlosaurus" – halb Kohlekraftwerk, halb Dinosaurier – vor das Gebäude und forderten von den Bundesländern, auf grundlegende Änderungen der Pläne von Bundesenergieminister Sigmar Gabriel zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu drängen.


Energiewende-Protest mit "Kohlosaurus" (Foto: © BUND)

Wissenschaftler und BUND veröffentlichen Energiewende-Fahrplan: Drastische Steigerungen der Energieeffizienz mit raschem Ausbau erneuerbarer Energien verbinden.

Bucheinband
Das Bild zeigt das Buchcover "Gemeinschaftsprojekt Energiewende" ( © oekom)

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) erzeugt positive Innovationswirkungen und unterstützt die Erneuerung der Energiesysteme. Dies bestätigen Experten des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI gemeinsam mit Kollegen weiterer Wissenschaftseinrichtungen. Das von 17 Experten aus Deutschland und fünf weiteren Europäischen Ländern unterzeichnete Expertenstatement kommt zum Ergebnis, dass das EEG Innovationswirkungen erzeugt und die Erneuerung der Energiesysteme unterstützt hat.


Info zum Foto: Solarenergienutzung mit Hilfe einer Solarfassade (Foto: Rama; Lizenz: CC-BY-SA-2.0-FR)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist das beste Klimaschutzgesetz, das Deutschland hat. Es hat zu rasanten technologischen Entwicklungen mit entsprechenden Preissenkungen geführt. Davon profitiert die Wirtschaft genauso wie der Klimaschutz. Rund 900 Millionen Tonnen Kohlendioxid wurden seit dem Jahr 2000 über erneuerbare Energieträger eingespart. „Das EEG hat erneuerbare Energien aus den Forschungslabors auf den industriellen Weltmarkt gebracht. Gegenteilige Behauptungen, wie von der Expertenkommission Forschung und Innovation hervorgebracht, klingen für uns absurd“, kritisiert Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE. „Dass wir nicht noch mehr CO2 einsparen, liegt daran, dass der Emissionshandel nicht funktioniert“.

Windpark
So gut Wind für die Windenergie ist, politischer Gegenwind  ist eher schädlich (Foto: Dirk Ingo Franke; Lizenz: CC-BY-SA-2.0-DE)

Eine bundesweite Auswertung der Altbestände von Gas- und Ölheizungen zeichnet erstmals ein konkretes Bild, wie sich veraltete Heizwert-Kessel absolut über die sechzehn Länder verteilen und welches Sanierungspotenzial von jedem Bundesland ausgeht. Dabei zeichnen sich zwei überregionale Strömungen ab: Für Gasheizungen nimmt das Potenzial von den südlichen Bundesländern ausgehend in Richtung Nordwesten Deutschlands weiter zu. Entgegengesetzt die Tendenz bei Ölheizungen, deren Altbestände von der Nordwest- und Nordosthälfte Deutschlands in Richtung Südwesten und Süden weiter zunehmen.

(Grafik: heizungsfinder.de; Lizenz: CC BY 3.0 DE)

Wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mitteilte werden in 2014 2.098 Unternehmen bzw. 2.779 Abnahmestellen insbesondere aus den Wirtschaftszweigen Chemie-, Metall- und Papierindustrie von der EEG-Umlage gemäß der "Besonderen Ausgleichsregelung" befreit. Die entstehenden Kosten von rund 6,6 Mrd. Euro könnten jedoch wesentlich niedriger ausfallen.


Vielleicht wurde diese Chemiefabrik auch von der EEG-Umlage befreit? (Foto: Joeb07; Lizenz: CC-BY-3.0)

Der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen der Erde hat sich in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigeren Thema entwickelt. Im Bereich der Wärmeversorgung gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, den fossilen Energiebedarf deutlich zu senken oder gänzlich zu substituieren. Dennoch besteht noch eine große Abhängigkeit der Volkswirtschaften von den Rohstoffen Öl und Erdgas, sodass diese auch in den kommenden Dekaden nahezu unverzichtbar bleiben werden. Paradoxerweise werden die Preise trotz neu entdeckter Energieressourcen jedoch nicht mehr sinken.

Irrtum Energieressourcen: Erdöl- und Erdgasreserven unsicher (Foto: daemmen-und-sanieren.de / RD)

Die Energiewende steht und fällt mit dem Zuspruch aus der Bevölkerung. Und dieser scheint gerade aufgrund der steigenden Strompreise zu schwinden. Das weiß auch die Politik und versucht in ihren Koalitionsverhandlungen die Strompreissteigerungen zu bremsen. Dass sie damit auch die Energiewende bremst, scheint ein aus Regierungssicht zu vernachlässigendes Übel zu sein. Dabei müssten die Deutschen gar nicht über die Strompreise meckern. Mit einem einfachen Anbieterwechsel oder einem sparsameren Umgang mit Strom könnte jeder seine Stromkosten von jetzt auf gleich deutlich senken.

Mit diesem Plakat warb die Bundesregierung Anfang Juni noch für die Energiewende

(Foto: © energie-experten.org)

Der Bundesverband WindEnergie hat CDU/CSU und SPD vor dem Hintergrund der heute beginnenden Koalitionsgespräche in der Arbeitsgruppe Energie zu mutigen Formulierungen im Koalitionsvertrag aufgerufen. Die neue Bundesregierung müsse die Energiewende voranbringen, so die Präsidentin des Bundesverbandes WindEnergie, Sylvia Pilarsky-Grosch.

Windenergieanlagen im Hamburger Tankschiffhafen

(Foto: Public Domain)

Aller Voraussicht nach wird die zukünftige Bundesregierung, der großen Kolition aus CDU/CSU und SPD, große Abstriche bei der Förderung des Ökostroms beschließen. Zum einen scheint die Kampagne derjenigen die ein Interesse an der Verwendung fossiler Energieträger haben zu fruchten, zum anderen sind im Verhandlungsteam der SPD zu viele Unterstützer der konventionellen Energieerzeuger. Dazu gehört z.B. Hanelore Kraft die nordrheinwestfälische Ministerpräsidentin und ihr Wirtschaftsminister Garrelt Duin, der will die Betreiber fossiler Kraftwerke mit massiven Subventionen dafür belohnen, dass sie Kraftwerke als Energiereserve vorhalten. Nun müssen sich die Menschen keineswegs gefallen lassen, dass wieder verstärkt Kohle, statt Erneuerbare Energien gefördert werden. Mit der Entscheidung zu einem Ökostromanbieter zu wechseln setzen Sie selbst den Maßstab für die künftige Form der Energieversorgung. Einer dieser Ökostromversorger ist die Firma Polarstern, ein Münchner Energieversorger, der mit ungewöhnlichen Methoden den traditionellen Rahmen der Ökostromszene sprengen will.


Surfen für Ökostrom. Auch Europameister Tao Schirrmacher unterstüzt den Polarstern-Ökostrom

(Foto: © Polarstern)

Die letzten Wochen hat ein neues Buch in der Energiewelt für Furore gesorgt. Matthias Willenbacher – einer der erfolgreichsten Energiewende-Unternehmer Deutschlands haut auf den Tisch. Er stellt der Kanzlerin ein unmoralisches Angebot indem er verspricht seine Unternehmensanteile an Energiegenossenschaften zu verschenken, wenn sie echte Weichen für eine Energiewende stellt.  Das ist ihm vor allem deshalb so wichtig, weil er die Energiewende derzeit in einer Schieflage sieht.

Buch "Unmoralisches Angebot"
(Foto: © Cornelia Daniel-Gruber)

Am gestrigen Samstag, gut eine Woche vor der Bundestagswahl, fand bundesweit der Klima-Aktionstag statt. Unter dem Motto „Energiewende ist Politikwende – Wähle deine Zukunft!“ hatte die die klima-allianz deutschland dazu aufgerufen, Veranstaltungen an vielen Orten und mit vielen Menschen zu organisieren. Mehr als 70 Aktionen mit insgesamt mehreren tausend Menschen fanden nun statt, wobei nur die erfasst sind, die auch angemeldet wurden. Die große Resonanz sei ein Zeichen dafür, dass – mit Blick auf die Wahl – eine ambitioniertere Energie- und Klimapolitik eingefordert wird, so die klima-allianz. Wenige Tage zuvor hatten BDI-Präsident Grillo und Arbeitgeberpräsident Hundt ein Moratorium für den Ausbau der Erneuerbarer Energien vorgeschlagen.

PV Lärmschutzwand
Da könnte man doch gut und gern noch mehr PV-Lärmschutz errichten,  BDI, BDA und die Monopolkommission sind offenbar dagegen (Foto: Isofon.es; Lizenz: CC-BY-3.0)

Die lokale Eigenversorgung mit Strom als Insel ohne Anschluss an das Stromnetz, ist für Städte und Gemeinden nur in Einzelfällen möglich. Insbesondere der Strombedarf in urbanen Siedlungsräumen lässt sich autark nicht decken. Grund sind unterschiedliche Ressourcenausstattungen und ein häufig viel zu großer Bedarf an Stromspeichern. Trotzdem macht das Umweltbundesamt in seiner Studie „Modellierung einer vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Stromerzeugung im Jahr 2050 in autarken, dezentralen Strukturen“ Mut: Eine lokale Stromerzeugung kann einen beachtlichen Anteil zu einer auf erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung beitragen.

(Foto: energie-experten.org)
Vor der Solaracademy SMA in Kassel (Foto: © Robert Doelling, energie-experten.org)