Kieler Meeresforscher vom IfM Geomar sprechen sich dafür aus, die CO2-Verpressung unter dem Meeresboden zu erproben - zum Beispiel außerhalb der Zwölf-Meilen-Zone vor Helgoland. Über diesen Bereich der Nordsee entscheidet der Bund. Auf Anfrage der SHZ nahm Eva Bulling-Schröter wie folgt dazu Stellung:

© Eva Bulling Schröter

"Die LINKE im Bundestag lehnt die CO2-Verpressung grundsätzlich ab und hat dazu auch einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, der jedoch von der Mehrheit des Hauses abgelehnt wurde. Wir halten CCS für eine teures und riskantes Unterfangen, welches die Energiewende hin zu einer regenerativen Vollversorgung behindert.

Die CO2-Verpressung im Meer halten wir für ähnlich riskant, wie die unter "festen Boden". Sie dürfte zudem noch teurer sein als an Land. Damit würde eine Stromerzeugung mit CCS - wenn es sie überhaupt jemals geben sollte - Mitte des nächsten Jahrzehnts deutlich unwirtschaftlicher sein als eine regenerative Stromerzeugung.

Doch warum sollte man dann neue Risiken eingehen, sich ein neues Endlagerproblem unter die Füße pressen? Unwirtschaftlich und riskant zugleich - soll dies nachhaltige Politik sein?

Würde im Übrigen das CO2 den Meeresgrund durchbrechen, wäre ein Versauerung des Meeres die Folge. Die Meere wurden aber schon lang genug als Müllkippe genutzt. In der Nähe des empfindlichen Wattenmeeres wäre dies erst recht verantwortungslos.

Bei IFM-Geomar wurde mit dem Projekt SUGAR-B sogar schon daran geforscht, Methanhydrat-Lagerstätten an den Schelfkanten der Meere abzubauen und im Gegenzug an die Stelle des Methaneises verflüssigtes Kohlendioxid aus Kraftwerken in die Sedimente zu pressen. Siehe:
Mir scheint, mit der Forschungseinrichtung gehen gelegentlich die Pferde durch."

Hören Sie auch das der SHZ-Anfrage zugrundeliegende Interview des NDR mit dem IfM-Geomar-Institutsdirektor Peter Herzig.

Siehe auch die Webseite NACHHALTIG LINKS zum Startschuss für die CO2-Verklappung.