Nur 3 Tage nach Ende der 4-tägigen Räumung des Hambacher Forstes ist nun die Wiederbesetzung gelungen. Eine Wiese am Rande des Waldes, die ebenfalls dem Braunkohletagebau zum Opfer fallen soll, wurde somit zum neuen Kristallisationspunkt des Widerstandes gegen Braunkohleabbau.


(Foto: indymedia)

Dies sei ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Widerstand sich weder mit bewussten Fehlinformationen, noch mit brutaler Polizeigewalt und auch nicht mit medialer Kriminalisierung beenden lässt, so eine Erklärung aus gewöhnlich gut informierten Besetzerkreisen und weiter:

"Egal was sie machen, wir werden nur stärker. Und das haben die letzten Tage beeindruckend gezeigt, der Widerstand ist zusammengerückt und gleichzeitig in die Breite gegangen."

Auf einer Pressekonferenz wurden noch einmal die Motive der Waldbesetzer dargestellt: Der Klimawandel und damit zusammenhängende Kriege, Vertreibung und Verknappung von Ressourcen seien genauso Gründe wie lokale Feinstaub-Emissionen, Radioaktivität, Absenkung des Grundwassers und die Zerstörung einer ganzen Region.

Heute kam dann die Polizei vorbei um die Besetzer aufzufordern die Wiese zu verlassen. Der Besitzer der Wiese hätte angeblich Strafanzeige gestellt. Als dieser jedoch selbst vorbeikam und erklärte, dass er keinesfalls will, dass die Polizei die Fläche räumt, wurde er festgenommen, weil er eine polizeiliche Maßnahme störe. So eine weitere Meldung aus dem Umfeld der Besetzer.

Dabei erscheinen diese Informationen gegenwärtig glaubhafter als die Aussagen der Polizei. Wir erinnern uns: Zur Räumung des Tunnels hieß es von Seiten der Staatsmacht, der Aktivist hätte bei seiner Flucht in den hinteren Teil des Tunnels einige Stützpfeiler umgetreten und damit die Räumungsarbeiter gefährdet. Nun aber, nach der Räumung, gab es die Aussage der Grubenwehr Herne, die zu diesem Zeitpunkt unten im Tunnel arbeitete, dass es gar nicht der Aktivist gewesen sei der diese Stützen umtrat. Laut WDR sagt die Polizei nun, dass erst durch die Ermittlungen des Staatsschutzes herausgekommen sei, dass diese Information falsch war.

Möglicherweise eine bewusste taktische Fehlinformation der Polizei um die öffentliche Stimmung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Der Anwalt der Aktivisten rät derweil dazu rechtliche Schritte gegen die Polizeileitung einzuleiten, wegen bewusster Falschinformation der Öffentlichkeit.


Weitere Infos unter: http://hambacherforst.blogsport.de/