Neues vom Erdgas-Blowout in der Nordsee

Seit dem 21. November 1990 brodelt Methan-Gas unkontrolliert aus einen ehemaligen Bohrloch, der Mobil-Oil, vor der Küste Schottlands. Statt auf Öl war die Bohrung damals auf eine Gasblase gestoßen. Der folgende Gasaustritt konnte nicht gestoppt werden. Mobil-Oil machte es sich einfach: Statt das Loch zu schließen, gab der Konzern die Konzession an die britische Regierung zurück und war damit die Verantwortung los. Methan ist aber ein äußerst starkes Treibhausgas. 25 mal so stark wie CO2. Darum ist so ein Blowout auch keine Kleinigkeit und die Folgen tragen nicht nur die Briten.


So ähnlich kann man sich das vorstellen: Erdgas- und Öl-Blowout im Golf von Mexiko

Jedes Jahr entweichen hier Treibhausgase, die einer geschätzten Menge von 2,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid entsprechen.

Die Aktivisten des Klimaschutz-Netzes möchten nicht, dass dieser Blowout in Vergessenheit gerät, darum erinnern wir immer wieder daran. Vor zwei Jahren hatten Teilnehmer des Netzes, in einer gemeinsamen Aktion, Abgeordnete des Bundestages und des Europaparlaments - über Abgeordnetenwatch - auf diesen Gasausbruch in der Nordsee hingewiesen. Daraufhin stellten die Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter und die EU-Abgeordnete Sabine Wils, beide Mitglieder der Partei DIE LINKE, Anfragen an die Bundesregierung und die EU-Kommission. Während die Bundesregierung auf die EU-Kommission verwies, erklärte die Kommission immerhin ihre Bereitschaft etwas zu unternehmen. 

Nun, das hat die Kommission dann auch gemacht. Auf 65 Seiten eng beschriebenem Papier legte sie einen Entwurf vor, für eine VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über die Sicherheit von Offshore-Aktivitäten zur Prospektion, Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas. Sie soll dazu beitragen "die Häufigkeit der durch Offshore-Erdöl- und Erdgasaktivitäten verursachten schweren Unfälle zu verringern und ihre Folgen zu begrenzen, um den Schutz der Meeresumwelt und der Volkswirtschaften in Küstenregionen vor Umweltverschmutzung zu erhöhen, Mindestbedingungen für die sichere Offshore-Prospektion, -Exploration und -Förderung von Erdöl und Erdgas festzulegen und mögliche Unterbrechungen der heimischen Energieproduktion in der Union zu verringern und gleichzeitig die Notfalleinsatzmechanismen im Falle eines Unfalls zu verbessern." Dieser Entwurf durchläuft nun den europäischen Gesetzgebungsprozess und "unsere" Abgeordneten werden versuchen diese Verordnung zu verbessern. 

Also, eigentlich nichts Neues vom Erdgas-Blowout, denn derweil quirlt das Gas weiter aus dem ehemaligen Bohrloch, ohne dass ein Ende abzusehen ist. Sicher ist es gut so eine Verordnung zu bekommen und sie zu verschärfen, gerade im Hinblick auf zukünftige Bohrungen, aber das Loch muss auch gestopft werden. Hierzu haben weder die EU-Kommission, noch die britische, noch die Bundesregierung etwas unternommen.

Anwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Abgeordneten Eva Bulling-Schröter und ein Artikel der Klimaretter zu dieser Anfrage.

Antwort der EU-Kommission auf die Anfrage der Abgeordneten Sabine Wils. 

Ein ebenfalls lesenswerter Artikel aus dem Hamburger Abendblatt zum selben Thema.

 

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