Active Aid in Africa - Projektbesuch in Malawi
- Details
- Erstellt am Dienstag, 03. Januar 2012 09:41
- Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 03. Januar 2012 18:16
- Geschrieben von Birgiene Uhl
Der Verein Active Aid in Africa e.V. wurde im Juli 2007 gegründet. Initiatoren sind Robert Mattheus, Birgit Uhlig und Nzeru J. Mybeck aus Malawi. Letzerer überzeugte Birgit bei ihrer Freiwiligentätigkeit in Malawi von der Notwendigkeit, die bis dahin fast vergessene Region Tengani im Lower Shire wirtschaftlich zu entwickeln und die ausgedörrte Landschaft wieder mit Bäumen zu bedecken. Es darf nicht sein, dass jedes Ausbleiben von Regen oder ein Zuviel davon gleich in eine Hungerkatastrophe auswächst.

Auspflanzen der Jungbäume; © AAA
Inzwischen waren Robert und Birgit mehrmals in Malawi, vor allem um auch die organisatorischen Voraussetzungen fürs Projekt zu schaffen und den Amtsschimmel anzuschieben. Vor kurzem ging die 2011-er Malawi-Reise von Robert Mattheus und Birgit Uhlig ihrem Ende entgegen.
Was fanden beide vor Ort vor?
Kurz nach Ankunft von Robert mussten beide an den Projektort und zur Sitzung des Bezirksparlaments („DEC-meeting“ genannt) im nahen Nsanje, der Distrikt-Hauptstadt des Lower Shire. Birgit, die schon vorgeflogen war, hatte nach längerem Drängen endlich die Bestätigung des Termins über unseren Projektleiter herausbekommen, allerdings vorverlegt vom 25. auf den 15. November. So hatte der nicht an die Tropen gewöhnte Robert nur wenige Tage Zeit bis zur Ankunft im 45 Grad-Backofen des Lower Shire.
Was hatte sich seit dem letzten Jahr getan in Ngona?
Überall in der Kommune waren die Jatropha, Moringa und Neem beträchtlich gewachsen, viele neue Bäume sind seitdem hinzugekommen. Weil es kurz vor der Regenzeit war, konnten wir die wunderschönen, voll mit Blättern bedeckten Jatrophas überall bewundern. Einige hatten auf unser letztjähriges Drängen hin auch weitere Mangos angepflanzt. Auf unserem Grundstück haben es sich noch einige Jatrophas überlegt, in die Höhe zu wachsen, nachdem die meisten kleinen Pflanzen und Keimlinge durch eine größere Termitenattacke eingegangen waren.

Die Jatrophas sind gut angewachsen; ©AAA
Was wurde erreicht?
Auf dem DEC-Meeting konnten wir unser Projekt vor etwa 40 kritischen Parlamentsmitgliedern erfolgreich vorstellen und verteidigen. Wir verpflichteten uns, in angemessener Zeit ein Bürohaus, einen Brunnen und eine vereinseigene Gärtnerei auf dem AAA-Grundstück zu errichten. Wir beschlossen, bereits vor dem DEC-Meeting, sofort mit dem geplanten Hausbau loszulegen. Ein Mitglied der Kommune erklärte sich bereit, uns die Ziegel seines Hauses zu geben. Schon nach Rückkehr aus Nsanje hatten alle Bewohner der umliegenden Gemeinde die Ziegel zur Baustelle gebracht, ohne Auto, nur auf dem Kopf oder mit dem Rad. Wann hat in Deutschland ein so umweltfreundlicher Hausbau zuletzt stattgefunden? Mittlerweise ist es bis zum Dach im Rohbau fertig. Die Fenster, Türen und ähnliche Einbauten fehlen noch. Dafür müssen wir uns um weitere Gelder bemühen.

Der Brunnen ist blockiert; ©AAA
Nachdem sich herausstellte, dass der dem Haus am nächsten gelegene Brunnen durch einen größeren Stein in etwa 10 m Tiefe blockiert ist, entschieden wir uns für die Brunnenbohrung am anderen Ende des AAA-Feldes nebst einer Leitung zum Haus von etwa 500 m. Das Haus in jene Ecke zu bauen wäre, unter den örtlichen Umständen, zu riskant für Eigentum und Gesundheit der Bewohner des künftigen Bürogebäudes. Noch vor Abfahrt begannen einige Kommunenmitglieder mit den Vorbereitungen für die Gärtnerei. Vorerst müssen die Plastiksäckchen mit den Samen und Keimlingen nahe dem Haus eines Mitgliedes in einer Dornenumzäunung stehen. Die Pfleglinge müssen in den ersten Monaten noch etwas intensiver betreut und bewacht werden. Unsere Liste, was noch zu tun bleibt in Ngona, für die Erfüllung unserer „Hausaufgaben“ vom DEC-Meeting, ist auf der Startseite von www.aaa-germany.de einsehbar.
In der Hauptstadt Lilongwe konnten wir einen alten Freund des Präsidenten Bingu wa Mutharika für unser Projekt begeistern. Er arbeitet bereits seit über 30 Jahren im Präsidentenkabinett als Direktor und stammt aus Ngona. Als wir bei ihm zu Besuch waren, erklärte er uns, dass auf denselben Sesseln schon Andrej Gromiko und Genscher gesessen hatten.
Wir würden uns freuen, wenn Euch der Bericht und die Bilder einen ersten Eindruck geben von dem, was wir in Malawi erlebt und getan haben.
Birgit Uhlig und Robert Mattheus
1. und 2. Vorsitzender Active Aid in Africa e.V.
Wenn Ihr weiteres zu unserem Projekt und den Hintergründen wissen wollt, dann schaut rein in www.aaa-germany.de
Über diese Adresse könnt Ihr Euch auch auf unseren beiden Seiten in Facebook umschauen und Eure Meinungen kundtun.


